P-DTR©
P-DTR (Proprioceptive Deep Tendon Reflex), ist ein vergleichsweise junges therapeutisches Konzept innerhalb der manuellen Medizin und funktionellen Neurologie. Die Methode wurde von dem mexikanischen Arzt José Palomar entwickelt. Ziel dieser Methode ist es, fehlerhafte sensorische Informationen im Nervensystem zu erkennen und zu korrigieren, um Schmerzen zu reduzieren, Bewegungsabläufe zu verbessern und die Leistungsfähigkeit zu steigern.

P-DTR steht für „Proprioceptive Deep Tendon Reflex“. Der Name beinhaltet den zentralen Ansatz dieser Methode. Es geht um die Arbeit mit propriozeptiven und nozizeptiven Reizen und deren Reflexantwort durch das autonome Nervensystem.
Propriozeption beschreibt die Fähigkeit des Körpers, die eigene Position und Bewegung im Raum wahrzunehmen. Diese Wahrnehmung erfolgt über spezielle Rezeptoren in Muskeln, Sehnen, Gelenken und der Haut, die kontinuierlich Informationen an das zentrale Nervensystem senden.
Nozizeption ist der Vorgang, bei dem das Nervensystem potenziell schädliche Reize wie starke Hitze, Druck oder Verletzungen durch entsprechende Rezeptoren erhält und verarbeitet. Diese Reize werden über verschiedene Leitungsbahnen zum Rückenmark und Gehirn weitergeleitet. Dort werden die Informationen ausgewertet und können zur Schmerzwahrnehmung führen. Nozizeption selbst ist jedoch nicht dasselbe wie Schmerz, sondern dessen biologische Grundlage. Nach dem Konzept von José Palomar können Störungen in diesem System entstehen, wenn das Gehirn sensorische Reize falsch interpretiert. Diese Fehlinterpretationen führen zu sogenannten „Fehlprogrammen“. Das bedeutet, dass bestimmte Reize – etwa Druck, Bewegung oder Berührung – eine unpassende oder übermäßige Reaktion auslösen. Dies kann sich in Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder verminderter Muskelkraft und Leistungseinbußen zeigen.
Die Behandlung basiert darauf, diese Fehlverknüpfungen gezielt zu „resetten“. Dazu werden spezifische Punkte stimuliert, während gleichzeitig bestimmte Bewegungen oder Atemtechniken ausgeführt werden. Ziel ist es, dem Gehirn korrekte Informationen zu liefern, sodass es die fehlerhafte Reaktion neu organisiert.
Typische Elemente der Behandlung sind:
- Stimulation von Rezeptorpunkten (z. B. an Sehnen oder Haut)
- Kombination mit Bewegung oder Druck
- Wiederholung bis eine stabile Muskelreaktion erreicht wird
Ein wichtiger Aspekt ist, dass die Korrektur oft sofort messbar ist. Nach erfolgreicher Behandlung zeigt der Muskeltest eine normale, stabile Reaktion, und der Patient berichtet häufig über eine unmittelbare Verbesserung der Beschwerden.